Förderverein

für ein Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide 

Gedenktafel-
Einweihung am 11. Juli 2001.

Einweihung der Gedenktafel am 11. Juli 2001

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Entstehung und Aktivitäten des Fördervereins

Seit 1994 setzen sich die Berliner Geschichtswerkstatt e. V., der Bund der Antifaschisten Treptow e. V., die Planergemeinschaft Dubach/Kohlbrenner und andere für die Erhaltung der Baracken in Berlin-Schöneweide ein. 1995 machte die erste Freiluft-Ausstellung vor Ort auf das ‚vergessene Lager’ aufmerksam. Sechs Jahre später, am 27. Januar 2001, wurde eine provisorische Gedenktafel am Zaun des Barackengeländes enthüllt. Seit Juli 2001 markiert der Bezirk das Gelände mit einer offiziellen Gedenktafel.

Parallel zur Bildungs- und Lobbyarbeit in Schöneweide erforschten die Initiativen die Geschichte der Zwangsarbeit in Berlin und Brandenburg. Der Bund der Antifaschisten Treptow e. V. recherchierte Lager und Einsatzorte in Treptow und organisierte Schülerprojekte dazu. Der Verein Kulturlandschaft Dahme-Spreewald e.V. dokumentierte die Zwangsarbeit in den Städten und Dörfern im südöstlichen Umland Berlins mit Zeitzeugenbegegnungen, Schülerprojekten und Publikationen. Die Berliner Geschichtswerkstatt sammelte Erinnerungsberichte und Fotos ehemaliger Zwangsarbeiter in einem biographischen Spezialarchiv. Außer mehreren eigenen Publikationen und Filmen unterstützte sie damit auch andere Erinnerungsprojekte, insbesondere den Ausstellungszyklus des Arbeitskreises Berliner Regionalmuseen in den Jahren 2001 bis 2003. Ferner vernetzte sie überregional Forschungs- und Erinnerungsinitiativen und vermittelte – im Kontakt mit den ausländischen Betroffenenverbänden – Begegnungen mit Zeitzeugen. Auch engagierte sie sich für eine Entschädigung und unterstützte die Berliner Landeskoordinierungsstelle zur Nachweissuche für Zwangsarbeiter. In diesen unterschiedlichen Aktivitäten der Bürgerinitiativen verband sich ehrenamtliche Arbeit mit prekären Beschäftigungsverhältnissen in wechselnden Projektförderungen durch die Heidehof-Stiftung oder das CIVITAS-Programm der Bundesregierung mit dem Einsatz von ABM-Kräften und Praktikantinnen.

Im Juli 2001 bildete sich ein Förderkreis für ein Dokumentationszentrum in dem ehemaligen Zwangsarbeiterlager. Er wurde unterstützt u.a. von der Stiftung Sozialpädagogisches Institut (SPI), dem Bezirksamt und der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Treptow-Köpenick, der Sanierungsbeauftragten und der Betroffenenvertretung des Sanierungsgebietes Niederschöneweide, dem Verein Kulturlandschaft Dahme-Spreewald e.V., dem Kreisverband Bündnis 90/Grüne Treptow-Köpenick und der Interessengemeinschaft ehemaliger Zwangsarbeiter e.V., Berliner Büro. Unterschiedliche staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure brachten ihre jeweils spezifischen Erfahrungen, Kontakte und Ideen in eine sehr effektive Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ziel ein.

Im Sommer 2002 machte der Förderkreis das Lagergelände erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich und organisierte ein Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm [Sommerprogramm 2002]. Unter dem Titel "Blicke auf das Lager - Erinnern und begegnen" fanden auch 2003 Info- und Kulturveranstaltungen sowie Zeitzeugengespräche statt [Veranstaltungen 2003]. Ein Workshop widmete sich den Italienischen Militärinternierten. Im Frühjahr 2004 gestalteten Jugendliche aus Berlin und Brandenburg Ausstellungen, szenische Lesungen und Ausstellungen in den Baracken [Tag der Offenen Tür 2004]. Jedes Jahr nahmen an geführten Rundgängen zum Tag des Offenen Denkmals, mit der Volkshochschule oder mit Jugendgruppen zahlreiche Menschen teil. Einige Beispiele der vielen einzelnen Veranstaltungen [Liste der Aktivitäten, pdf]: 2004 war das Thema der Denkmalsführung: Nicht nur Flick - Rundgang zur Zwangsarbeit für die Familie Quandt. Im Winter 2004/2005 machte eine studentische Projektgruppe der TU Berlin eine Bauaufnahme einer Baracke. Am 18.04.2005 gab es eine Spurensuche und Schülerbegegnung mit einer Überlebenden des KZ-Außenlagers Schöneweide. Am 24.05.2005 besuchte eine Delegation der Polnischen Union der NS-Opfer das Gelände des zukünftigen Dokumentationszentrums. 

Am 24. Mai 2004 wurde im Abgeordnetenhaus aus dem bisherigen Förderkreis der Förderverein für ein Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide [Vereinsgründung].Zu den Gründungsmitgliedern zählen außer den bereits lange aktiven Initiativen der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Mitglieder des Bundestages, des Berliner Abgeordnetenhauses und des Bezirksamtes Treptow-Köpenick sowie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, der Zentralrat der Juden, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e. V. (VVdN-BdA) und andere Institutionen. Mit Öffentlichkeitsarbeit und zahlreichen Gesprächen drängte der Verein die Politik weiterhin zur Einrichtung eines Dokumentationszentrums [Stellungnahmen aus Abgeordnetenhaus und Senat]. Parallel dazu entwickelte er gemeinsam mit Gedenkstätten-Experten die Konzeption des zukünftigen Dokumentations- und Begegnungszentrums weiter.

Am 21. Dezember 2004 kündigte der Senat dem Abgeordnetenhaus gegenüber an, das an die Stiftung Topographie des Terrors anzubindende Dokumentationszentrum im ersten Halbjahr 2006 zu eröffnen. Seit März 2005 wurden die baulichen Sanierungsmaßnahmen diskutiert; am 6. Juli 2005 erwarb das Land Berlin einen Teil des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers von der Bundesrepublik Deutschland. Mit Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) berief die Stiftung Topographie des Terrors im August 2005 einen Internationalen Beirat, der die Konzeption des geplanten Erinnerungsortes diskutierte. Am 24. August 2006 nahm das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit seine Arbeit auf. 

Der Förderverein freut sich, dass seine Bemühungen gefruchtet haben und aus den einstmals vergessenen Baracken ein Dokumentationszentrum zur NS-Zwangsarbeit wird. Auch in Zukunft will der Förderverein das Dokumentationszentrum unterstützen, seine Profilierung zu einem eingeständigen Erinnerungsort fördern und kritisch begleiten sowie an konkreten Projekten mitarbeiten. 

Eine im August 2006 publizierte Broschüre mit dem Titel "'NS-Lager entdeckt' - Zwangsarbeiterlager Schöneweide wird historischer Lernort" dokumentiert die Aktivitäten der im Förderverein zusammengeschlossenen Gruppen und reflektiert die spannende Entwicklung vom vergessenen Lager zum historischen Lernort.

Begleitend zur Ausstellung "Erinnerung bewahren. Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reichs aus Polen, 1939-1945" haben Förderverein und Dokumentationszentrum einige gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt.

Eine Chronik ausgewählter Aktivitäten können Sie hier als PDF herunterladen. Eine fortlaufende Liste der Veranstaltungen des Fördervereins und seiner Initiativen finden Sie unter
http://www.berliner-geschichtswerkstatt.de/zwangsarbeit/veranstaltungen.htm

Den Vorstand des Vereins bilden Thomas Irmer, Gabriele Layer-Jung und Irmtraud Carl.

Neue Mitglieder sowie Spenden sind herzlich willkommen!

> Hier können Sie dem Verein beitreten oder spenden.
> Materialien, Satzung, Konzepte, Faltblätter im Download-Bereich

 

Bilder der Arbeit des Förderkreises 2002

Bilder der Arbeit des Förderkreises 2003

Bilder der Arbeit des Fördervereins 2004

Chronik der Aktivitäten (Auswahl), 1993 - 2006

 


 

 

 

Förderverein Zwangsarbeiterlager Berlin-Schöneweide

http://www.zwangsarbeit-in-berlin.de

© Cord Pagenstecher