Geführte Rundgänge über das Barackenlager

Sommerprogramm zur NS-Zwangsarbeit:
Vom vergessenen Lager zum Dokumentationszentrum?

 

Ein wichtiger Teil des Sommerprogramms waren geführte Rundgänge über das Barackengelände. Sie nutzten das Areal als lebendigen Lernort, machten auf die Ziele des Fördervereines aufmerksam und gaben Gelegenheit zur Weiterentwicklung pädagogischer Konzepte. Rund 180 Interessierte nahmen an den insgesamt zehn Rundgängen teil. Dabei mischten sich NachbarInnen, darunter SchülerInnen ebenso wie RentnerInnen mit eigenen Kriegserinnerungen, mit den an der NS-Zwangsarbeit Interessierten aus anderen Bezirken.

Die Führungen vermittelten allgemein-historisches Wissen über die NS-Zwangsarbeit und warben zugleich für den Erhalt der Baracken und ihre Nutzung als Dokumentationszentrum. Sie führten in zwei Baracken auf dem in der DDR von einem Impfstoffinstitut genutzten Teilgelände, berührten aber auch die andere, kleinteilige Hälfte des Areals sowie die nahegelegene Spreefront mit dem ersten KZ-Standort und dem Blick auf die großen Zwangsarbeiterbetriebe in Oberschöneweide.

Am 25. Juni, 9. und 16. Juli, am 27. August und am 3. September 2002 fanden einstündige Kurzführungen vor den abendlichen Werkstattgesprächen statt. In gedrängter Form informierten sie vor allem über Geschichte, Situation und Zukunft des konkreten Ortes. Dagegen gingen die zwei bis drei Stunden dauernden Rundgänge zum Tag des Offenen Denkmals am 8. September sowie die Veranstaltung mit der Volkshochschule Treptow-Köpenick am 28. September 2002 ausführlicher auf die Geschichte der NS-Zwangsarbeit und die Topografie der Lager und Firmen in Schöneweide ein.

 

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Auf dem Lager

Der Vertiefung und Auflockerung der Detailinformationen dienten Auszüge aus Erinnerungen ehemaliger ZwangsarbeiterInnen und der Einsatz von unterschiedlichen Medien wie Bauplänen, historischen Fotos und eines thematisch passenden Musikstückes zum Ausklang. Am wichtigsten blieben aber stets das exemplarische Lernen, die Neugier auf das konkret Sichtbare. Zahlreiche Fragen und Anregungen zeigten ein großes Interesse der TeilnehmerInnen an dieser lebendigen Spurensuche.

 

Die Erfahrungen, die wir mit den Führungen machte, waren sehr positiv. Es gab immer neue Geschichten, von TeilnehmerInnen aus der Gegend erzählt. Eine Gruppe Jugendlicher wollte aus den abgewickelten Firmen, bzw. den Fabrikgebäuden gleich eine Disco machen. Ihrem Interesse an der Geschichte tat das keinen Abbruch. Sie studierten interessiert unsere Ausstellungen.

An der Spree

Nur am Tag des offenen Denkmals gab es für uns einen kleinen Dämpfer. Wir fanden am Morgen die Ausstellungstafeln auf dem Gelände heruntergerissen und das Tuch "Vom vergessenen Lager zum Dokumentationszentrum" zerrissen. Die Polizei nahm den Fall des nächtlichen Vandalismus' akribisch auf, interessierte sich aber fast mehr für das Lager und die Ausstellungstafeln, die die Geschichte der Zwangsarbeit zeigen. Geklärt wurde der Vandalismus nicht. Die positiven Erfahrungen ermuntern aber zum Weitermachen.

 

 

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Zwangsarbeiterlager Berlin-Schöneweide

http://www.zwangsarbeit-in-berlin.de/

Cord Pagenstecher